So gerne würde ich dich retten…
Was ich im Laufe meines Lebens erfahren habe, ist, dass ich niemanden retten kann – auch wenn ich mir das so sehr wünschen würde. Bei mir zeigt sich hier ganz klar das Thema der "Wunde der Heilerin" und das Muster der Retterin und Kriegerin: eine tiefe Sehnsucht danach, andere von ihrem Leid zu befreien, dieses zu bekämpfen oder es zumindest zu lindern.
Doch im Laufe meines Lebens und meiner Praxis durfte ich lernen, dass ich letztlich niemanden retten und niemandem den Schmerz abnehmen kann. Das kann im Endeffekt jeder Einzelne nur selbst tun. Natürlich gibt es äußere Faktoren, die Menschen in ihrer Eigenermächtigung einschränken können. Dennoch habe ich immer wieder beobachtet, dass es in unserem Inneren Ebenen gibt, die von außen niemals berührt oder beeinflusst werden können. So kann ein Mensch beispielsweise schwer körperlich erkranken und auf der seelischen Ebene dennoch ganz und heil bleiben.
Die Kunst, den Weg zu öffnen…Genau das beschreibt die Rolle als Wegbereiterin wohl am besten: Ich kann den Weg für andere nicht gehen und diesen ihnen auch nicht abnehmen. Meine Aufgabe ist es stattdessen, den Pfad begehbar, Stolpersteine sichtbar zu machen und einen geschützten Raum zu bieten, damit Veränderung überhaupt erst stattfinden kann.
Wer den Weg für andere bereitet, zeigt Möglichkeiten auf und reicht die Hand – aber den ersten und jeden weiteren Schritt müssen sie selbst tun. Diese Haltung schenkt den Menschen gleichzeitig das, was sie am dringendsten brauchen: das Vertrauen in ihre eigene Kraft, ihren ganz eigenen Weg voller Selbstverrtrauen zu gehen. Am Ende bleibt nur die liebevolle Erkenntnis:
So gerne würde ich dich retten... Doch Die heldin deiner rettung wirst am ende nur du selbst sein können.